Fred Joseph

 

 

Gestorben 1943 in Auschwitz, weil er Pfadfinder war.

„Christus gab sein Leben, um uns ein Beispiel zu geben, nämlich „bereit zu sein“ (be prepared - all zeit bereit) - egal was es uns selber kostet - die richtige Sache für andere zu tun.“

(Baden-Powell, 1936)

 

Alfred „Fred“ Ludwig Johann Joseph wurde am 18. Oktober 1911 in Luzern als Sohn eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter geboren. Im Alter von vier Jahren kam er mit seiner Familie nach Würzburg. Nach Abitur, Praktikum und Assistentenzeit in der Adler-Apotheke begann er 1933 ein umfassendes naturwissenschaftliches Studium.

 

 

Zusammen mit seinem Bruder trat er 1931 dem Rhönklub, einem Wanderkreis, bei. Dieser wurde 1933 verboten. Auf der Suche nach neuen Aufgaben in der Freizeit lernte Fred in seiner Heimatpfarrei den DPSG-Stamm Eyseneck kennen. Im Dezember 1934 trat er offiziell in die DPSG ein und wurde bald Kornett (Hilfsleiter) der Sippe Falke. Als 1935 der aktuelle Stammesfeldmeister und dessen Vorgänger sich auf Landes- (heute: Diözesan-)Ebene engagierten, übernahm Fred die Stammesleitung.

In den folgenden Jahren hielt er viele Jugendliche davon ab, in die Hitlerjugend einzutreten.

Die Situation der Würzburger Pfadfinder wurde schwieriger, das Tragen der Kluft wurde verboten, Versammlungen und Gottesdienste von der Gestapo beobachtet. Nach einer Anzeige wurde Fred im Sommer 1936 zusammen mit anderen von der Gestapo vernommen. Allerheiligen desselben Jahres wurden die Georgspfadfinder nach der traditionsgemäßen Kranzniederlegung für die Gefallenen des ersten Weltkriegs von einer Gruppe der Hitlerjugend überfallen, verprügelt und zur Polizei geschleppt. Fred Joseph blieb mehrere Wochen in Haft, im Juli 1937 wurde er rechtskräftig verurteilt, fiel aber unter eine Amnestie.

Da er in Würzburg keine Anstellung mehr bekam, zog Fred 1937 nach Pforzheim. Dort gründetet er unter schwierigen Umständen 1938 einen Pfadfinderstamm. Nach Würzburg hielt er weiterhin Kontakt. 1941 wurde er erneut verhaftet und wegen „Weiterführung einer verbotenen Organisation und Bildung von Elitetruppen der Jugend in der Kirche und gegen den Staat“ verurteilt zu einem Jahr Gefängnis (Zwangsarbeit im Steinbruch).

Kurz nach seiner Freilassung besuchte er 1942 Freunde in Würzburg. Im November 1942 wurde er wieder von der Gestapo verhaftet und sofort nach Auschwitz deportiert. In Auschwitz starb Fred Joseph am 21. Januar 1943.

(Quelle: Dokumentation "Würzburger Georgspfadfinder in schwerer Zeit 1933 - 1945;
Fred Joseph - Weg eines Leiters")